Landtag
Energiewende in Deutschland – Bertholdes-Sandrock sieht Chancen für neuen gesellschaftlichen Konsens
„Wir begrüßen die Entscheidung der Bundesregierung zur Energiewende, die auf den Beratungen der Ethikkommission beruht“, so CDU-Landtagsabgeordnete Karin Bertholdes-Sandrock. Sie sieht darin die Chance zum Aufbruch in einen neuen gesellschaftlichen Konsens.
Bertholdes-Sandrock betont: „Zwar haben sich die Risiken der Kernenergie mit Fukushima nicht grundsätzlich geändert, wohl aber ihre Wahrnehmung. Darum ist eine Überprüfung bisheriger Standpunkte nicht nur sinnvoll, sondern sogar geboten.“ Es müsse vor allem darum gehen, die Vergiftung der gesellschaftlichen Atmosphäre als Folge der Spaltung in Kernenergiebefürworter und –gegner aufzuheben. „Deshalb habe die gesamtgesellschaftliche Diskussion um die Energiewende in gegenseitigem Respekt voreinander zu erfolgen“, hebt Bertholdes-Sandrock hervor. Dies sei möglich, wenn man sich klar mache, dass auch Kernenergiebefürworter Risiken nie bestritten hätten. Sie haben aber einen Risikobegriff gehabt, der vor dem Hintergrund einer gerade in den Anfängen der friedlichen Nutzung der Kernenergie an der Annahme von Fortschritt, Wohlstand und sauberer Energieerzeugung orientiert war.
Auf dieser Grundlage wirbt Bertholdes-Sandrock für eine gemeinsame neue gesellschaftliche Diskussion auch in Lüchow-Dannenberg – gerade über die Gräben der Vergangenheit hinweg. Das Abschalten der Atomkraftwerke an sich sei noch kein Ausstieg. Wesentlich sei der Prozess des Umbaus zur verstärkten Nutzung der regenerativen Energien. Dazu müssten Zwischenziele formuliert und ständig überprüft werden. „Die Verantwortung für das Gelingen des Umbaus liegt bei allen Teilen der Gesellschaft, also Regierung und ebenso Opposition, den verschiedenen Parteien, gesellschaftlichen Organisationen wie Kirchen, Verbänden, Gewerkschaften und vor allem bei der Umsetzung durch die Bürgergesellschaft selbst“, betont die Abgeordnete. „Verantwortung darf nicht nur jeweils eingefordert werden, sondern muss auch umgesetzt werden“.
Verschiedene Zielkonflikte, so Zuverlässigkeit der Versorgung, Umweltfreundlichkeit, wettbewerbsfähige Preise, sozialverträglicher Preisanstieg und die dauerhafte Erhaltung des Wohlstands müssten offen angesprochen und gemeinsamen Lösungen zugeführt werden. Unterschiedliche Bewertungen und Schwerpunktsetzungen dürften nicht zur Bewertung oder gar Verurteilung Andersdenkender führen. Hier liege gerade für die Diskussion in Lüchow-Dannenberg eine große Chance.
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